Von:
Gerhard Beck

e-pause.de

Endlich Pause. Luft schnappen. Ein- und ausatmen. Zur Ruhe kommen. Abstand gewinnen. Pause ist Zeit, um etwas anderes zu machen, um sich abzulenken, sich etwas zu gönnen: Ein kleines Mittagsschläfchen. Ein gutes Buch. Einen Saunabesuch.

Pausen sind wichtig. So paradox es klingt: Nur wer aufhört zu lernen kann weiterlernen. Inzwischen hat die Wissenschaft sogar die besten Zeiten für Lernpausen erforscht: Nach zehn Minuten soll man eine Minute Pause einlegen, nach 30 Minuten fünf Minuten, nach zwei Stunden 15 Minuten und nach vier Stunden sogar eine ganze Stunde. Als Nachhilfelehrer habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht: Oft lernen meine Schüler lang und viel, um sich zu verbessern. Sie verzichten auf Pausen, arbeiten lange Zeit durch. Am Anfang geht das, doch nach einer Weile werden sie schlechter statt besser. Und dann bekommen sie eine besondere Hausaufgabe: Einen ganzen Tag nichts tun. Entspannen.

Doch nicht nur beim Lernen braucht man Pausen… Wie würde man einen Arbeitstag im Büro oder in der Fabrik ohne Pause durchhalten? Pausen sind so wichtig, dass sie sogar im Arbeitszeitgesetz geregelt wurden: Nach höchstens sechs Stunden muss eine Pause gewährt werden. Und dann gibt es ja noch das freie Wochenende.

Je langfristiger und je wichtiger ein Projekt ist, um so mehr Pausen braucht man: Meine Examenszeit von über 18 Monaten Lernzeit hätte ich ohne zahlreiche Pausen nie durchgehalten. Ich gebe ehrlich zu: Viele Pausen habe ich nur mit einem schlechten Gewissen angetreten. Der Gedanke "aber ich müsste doch noch" war häufig im Hinterkopf.

Mir tut es da gut, dass in einem so umfangreichem Buch wie der Bibel zahlreiche Pausen vorkommen. Die prominenteste findet sich gleich nach dem ersten Kapitel des ersten Buches: "Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte." (Gen 2,3)